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Gemeindeleben
Strukturreform nimmt Fahrt auf
Zeitplan der Kirchenregierung legt erste Schritte bis Anfang 2027 fest
Wolfenbüttel. Die Kirchenregierung hat in ihrer Sitzung am 17. Februar einen Zeitplan bis 1. Januar 2027 zur Umsetzung erster Schritte der Strukturreform in der Landeskirche Braunschweig beschlossen. Ziel der Strukturreform ist, Aufgaben klarer zu ordnen, nach dem Motto: Vor Ort gestalten, regional verwalten. Die Themen Verwaltung, Finanzen und Gebäude sollen stärker gebündelt werden, damit Pfarrerinnen und Pfarrer und Ehrenamtliche von Verwaltungsaufgaben entlastet werden und sie mehr Zeit für Verkündigung und Seelsorge haben. So entsteht vor Ort mehr Raum für Beziehungen, Ehrenamt, geistliches Leben und Projekte. Die Ortsnähe bleibt "nicht als Verwaltungs-, sondern als Gestaltungsprinzip", betont Oberlandeskirchenrat Dr. Jšrg Mayer, Vorsitzender der Kirchenregierung.
In der Folge sind die elf Propsteien gebeten worden, ihren Zusammenschluss zu vier Propsteien vorzubereiten. Ziel ist der Abschluss dieses Reformschritts zum Jahresbeginn 2027.
Die Propstei- und Kirchenvorstände sollen bis 31. März 2026 erklären, welche Fusionen sie anstreben und welche Kirchengemeinden einen Propsteiwechsel vollziehen wollen. In "begründeten Einzelfällen" können Arrondierungen bis spätestens 31. August 2026 unter Vorlage der Beschlüsse der Propstei- und Kirchenvorstände erfolgen.
Darüber hinaus erfolgt die inhaltliche Klärung von übergangsregeln, unter anderem mit Blick auf die Verteilung von Gemeindepfarrstellen sowie Stellen von Diakoninnen und Diakonen, Kirchenmusikerinnen und -musikern.
Im Mai 2026 soll ein Gesetzesentwurf zur Zusammenlegung der Propsteien erstellt werden, der im Juni 2026 vom Kollegium des Landeskirchenamtes und der Kirchenregierung beraten wird. Danach folgt das gesetzlich vorgesehene Anhörungsverfahren unter Beteiligung der Propsteisynoden sowie des Landes Niedersachsen nach dem Loccumer Vertrag bis Ende August 2026. Außerdem sind Beratungen in den Ausschüssen der Landessynode vorgesehen.
Beschlussfassungen über Kirchenverordnungen zu eventuellen Umgliederungen sind im Kollegium des Landeskirchenamtes und in der Kirchenregierung im September geplant, bevor im Oktober in beiden Leitungsorganen die Gesetzentwürfe zur Bildung der vier neuen Propsteien für die Tagung der Landessynode im November vorbereitet werden. Dort erfolgt die endgültige Beschlussfassung.
"Wir müssen durch mutige Schritte dafür sorgen, dass wir als Kirche handlungsfähig bleiben", sagt Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer, stellvertretender Landesbischof. Die Bildung der neuen Propsteien sei dabei ein erster Schritt, um bis zum Jahr 2029 neue Regionalgemeinden zu schaffen.
Das Ziel sei das Jahr 2030. Dann sollen die nächsten Kirchenvorstandswahlen in neuen stabilen Strukturen stattfinden. "So wird aus dem organisatorischen Wandel eine Chance, die christliche Botschaft mit mehr Energie und weniger Ballast in die Gesellschaft zu tragen," so Hofer.
Michael Strauß
Pressesprecher
20. Februar 20926
Neue Landesbischöfin
Dr. Christina-Maria Bammel: Dienstbeginn 1. Mai, Einführung 27. Juni
Dr. Christina-Maria Bammel (52) wird neue Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Damit nimmt künftig erstmals eine Frau dieses Amt wahr. Die Pröpstin aus Berlin setzte sich am 22. November in Braunschweig im zweiten Wahlgang mit der Zweidrittelmehrheit von 31 Stimmen gegen Dr. Norbert Roth aus München durch. Roth erhielt sieben Stimmen, nachdem er im ersten Wahlgang 13 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Landesbischof Dr. Christoph Meyns war im Juli 2025 in den Ruhestand gegangen.
Vor der Landessynode lobte die künftige Landesbischöfin das „beherzte Handeln“ der Landessynode hinsichtlich ihres Beschlusses für eine grundlegende Strukturreform. Gleichzeitig empfahl sie sich als Leitungsperson für die kommenden Umbrüche. Sie bringe Konfliktbereitschaft und Kompromissfreude gleichermaßen mit und verstehe Kommunikation als Schlüssel für gelingende Veränderungen. Ihr Dienstbeginn ist am 1. Mai, ihre Einführung im Braunschweiger Dom am 27. Juni 2026.
Dr. Christina-Maria Bammel ist seit 2019 Pröpstin des Konsistoriums der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und leitet die Abteilung Theologische Grundsatzfragen und Kirchliches Leben. Sie ist auch Stellvertreterin des Berliner Bischofs Dr. Christian Stäblein sowie Mitglied der Kirchenleitung und der Landessynode. Zuvor leitete sie vier Jahre lang das Referat Kirchliches Leben der EKBO, wo sie unter anderem für Fragen von Gottesdienst, Ehrenamt und Kirchenmusik verantwortlich war.
Von 2009 bis 2015 wirkte sie als Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Weinberg. Bammel sammelte darüber hinaus Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der EKBO und arbeitete als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Systematische Theologie der Humboldt-Universität Berlin. Ihr Studium, unter anderem als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes, absolvierte sie in Berlin, Philadelphia (USA) und Marburg.
Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer, stellvertretender Landesbischof, gratulierte Bammel zur gewonnenen Wahl. Er sei sicher, dass das Bischofsamt in gute Hände übergehe. Die künftige Bischöfin habe bereits unter Beweis gestellt, dass sie einer herausgehobenen Leitungsverantwortung gerecht werden könne, sowohl mit Blick auf Kirche selber als auch deren Rolle in der Öffentlichkeit.
Michael Strauß
Gemeindefahrt in Weißenbach

In den Herbstferien waren wir mit 46 erwachsenen Gebhardshagenern eine Woche lang auf Gemeindefahrt in Weißenbach, dem Ort, wo wir sonst im Sommer mit den Jugendlichen im KonfirmandenFerienSeminar hinfahren. Immer wenn jemand nach zuhause telephoniert hatte, war zu hören: Regen in Salzgitter, Dauergrau, ekeliges Wetter. Da hatten wir es doch gut in Südtirol! Nur am letzten Abend unserer Woche dort unten regnete es … aber da war es schon dunkel – und so machte uns das nichts mehr aus.
Bei der Abfahrt am nächsten Tag entließen uns die Berge mit einer phantastischen Winter-Ahnung: oben die Bergspitzen schnee-weiß, bis auf 1500 m Höhe alles überzuckert … Weißenbach liegt 1300 m hoch. Und nicht nur vom Wetter her war’s eine gute Woche. In unserer Unterkunft, dem „Berghotel & Dependance Alpenfrieden“, wurden wir von Familie Huf und Mitarbeitern hervorragend bewirtet: freundliche Menschen, gutes Essen; das ist quasi das Hintergrundrauschen einer gelungenen Fahrt. Wir machten kleinere und größere Spaziergänge im Ahrntal, rasteten bei Jausenstationen und auf Almhütten. Natürlich besuchten wir das Krippenmuseum „Maranatha“ in Luttach, wo der Chef und Holzschnitzer Paul Gartner es sich nicht nehmen ließ, für uns (und mit uns) zu musizieren – und ein Glaserl Wein gab’s auch. Wir waren im alten Bischofsstädtchen Brixen und besichtigten nicht weit entfernt von dort die riesige graue gruselig-bedrückende Franzensfeste, die die Österreicher einst als Bollwerk gegen Napoleon errichteten. Gekämpft wurde hier nie. Aber bis vor 10 Jahren lag noch eine Abteilung Alpini in der Festung. Der Höhepunkt für die meisten Mitreisenden war die ganztägige Dolomitenfahrt bei wolkenlos blauem Himmel über fünf Alpenpässe mit immer neu beeindruckendem Blick auf grandiose Bergpanoramen.
HHH
Fusion der Kirchengemeinden
Aus 3 mach 1: Der Pfarrverband Gebhardshagen – Calbecht – Engerode wird eine Kirchengemeinde Gemeinsam auf dem Weg. Gott ist dabei!
Diese Zeilen aus einem KFS-Lied fassen schön zusammen, was bei uns im Pfarrverband los ist: Die drei Kirchengemeinden Gebhardshagen, Calbecht, Engerode sind gemeinsam unterwegs – und das schon seit 350 Jahren. In dieser Zeit hat man sich kennen lernen können – und in den letzten Jahrzehnten rückte man noch näher zusammen: gemeinsame Gottesdienste, gemeinsame Kirchenvorstandsfahrten, gemeinsame Männerabende – und: auch die Pfarrer werden untereinander ausgeliehen und miteinander geteilt.
Mit diesem Modell ist der Pfarrverband Gebhardshagen Calbecht Engerode in der Kirchenlandschaft ganz schön modern und zeitgemäß. Und das ist gut so! Denn in der Kirchenlandschaft ist vieles im Umbruch: Schwindende Kirchenmitgliedszahlen, und damit verbunden weniger Pfarrerinnen und Pfarrer vor Ort aber auch inhaltliche Überlegungen, wie wir in Zukunft zusammen Kirche sein und gestalten wollen und können, bringen Veränderungen mit sich. „Gestaltungsraum“ ist in diesem Zusammenhang das Wort der Stunde. Die Propstei Salzgitter-Bad, zu der wir gehören, wird künftig in zwei Bereiche eingeteilt werden: Den „Gestaltungsraum Land“ und den „Gestaltungsraum Stadt“. Zusammen mit den Pfarrverbänden in Barum-Lobmachtersen und in Flöthe-Ohlendorf werden wir zum „Gestaltungsraum Land“ gehören. Der „Gestaltungsraum Stadt“ wird aus den Kirchengemeinden in Salzgitter-Bad und in Salzgitter-Gitter bestehen. Mit den Gestaltungsräumen soll ausgedrückt werden, dass nicht mehr jedes Dorf nur für sich mit seinem eigenen Kirchturm „Kirche“ ist, sondern dass der Blick auch über den eigenen Kirchturm hinaus geht, nämlich zu den anderen Kirchtürmen: Zusammen sind wir „Kirche“! Konkret heißt das für uns: In Zukunft wird aus den drei einzelnen Kirchengemeinden Gebhardshagen, Calbecht, Engerode eine gemeinsame, große Kirchengemeinde mit vier Kirchtürmen. Im Prinzip sind wir das bereits: Ein Pfarrverband mit 350jähriger Erfahrung und Tradition. Doch aus Gründen der Übersichtlichkeit für die Zusammenarbeit innerhalb des „Gestaltungsraums Land“ sowie aus rechtlichen Gründen wird am 1. Juli 2017 aus dem „Pfarrverband Gebhardshagen, Calbecht, Engerode“ die „Ev.-luth. Kirchengemeinde Gebhardshagen, Calbecht, Engerode in Salzgitter“. Die einzelnen Kirchengemeinden des Pfarrverbandes werden zu einer Kirchengemeinde. Und so sind wir gemeinsam auf alten und neuen Wegen. Gemeinsam sind wir „Kirche“. Und Gott ist dabei.
Anette Quedenfeld

